Verordnung über die Fischereiprüfung

Verordnung über die Fischereiprüfung

Verordnung über die Fischerprüfung (Fischerprüfungsordnung), vom 26. November 1997

Auf Grund des § 31 Abs. 8 des Landesfischereigesetzes in der Fassung der Bekanntmachung
vom 22. Juni 1994 (GV. NW. S. 516,) wird nach Beratung mit dem Ausschuss für Ernährung,
Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz des Landtags verordnet:

§ 1
(1) Die Fischerprüfung ist bei der unteren Fischereibehörde abzulegen.
(2) Jede untere Fischereibehörde hat mindestens einen Prüfungsausschuss zu bilden.
(3) Der Prüfungsausschuss besteht aus:
einer Vertreterin oder einem Vertreter der unteren Fischereibehörde als Vorsitzender oder
Vorsitzendem und zwei Beisitzenden, die auf Vorschlag des Fischerei-Verbandes Nordrhein-
Westfalen e.V. berufen werden.
(4) Als Beisitzende sollen nur Personen berufen werden, die an einem Ausbildungslehrgang
für Fischereiberaterinnen und Fischereiberater oder Prüferinnen und Prüfer an der
Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten/ Landesamt für Agrarordnung
Nordrhein-Westfalen oder einer vergleichbaren Einrichtung teilgenommen haben. Das gilt
nicht für Personen, die auf dem Gebiet der Fischerei eine wissenschaftliche Ausbildung
haben.
(5) Für jedes Mitglied des Prüfungsausschusses ist eine Stellvertreterin oder ein Stellvertreter
zu berufen.
(6) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses und ihre Stellvertreterinnen oder Stellvertreter
werden für die Dauer von 5 Jahren berufen.

§ 2
(1) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sind zur unparteiischen und gewissenhaften
Ausübung ihrer Tätigkeit und zur Verschwiegenheit verpflichtet.
(2) Ein Mitglied des Prüfungsausschusses darf an der Prüfung nicht mitwirken, wenn
zwischen ihm und einem Prüfling ein Ausschließungsgrund im Sinne des § 31 der
Gemeindeordnung besteht oder wenn es an der Vorbereitung eines Prüflings auf die Prüfung
beteiligt war.

§ 3
(1) Prüfungstermine sind von der unteren Fischereibehörde nach Bedarf mindestens einmal im
Jahr anzusetzen; sie sind zwei Monate vorher bekannt zu geben.
(2) Die Prüfung ist nicht öffentlich. Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses kann
Zuhörer zulassen. Vertreterinnen und Vertreter der oberen und der obersten Fischereibehörde
können bei der Prüfung zugegen sein.
(3) Die Prüfung ist bei der unteren Fischereibehörde abzulegen, in deren Bezirk der Prüfling
seinen ständigen Wohnsitz hat. Die untere Fischereibehörde kann Ausnahmen zulassen.
(4) Anträge auf Zulassung zur Prüfung sind spätestens vier Wochen vor dem Prüfungstermin
bei der unteren Fischereibehörde einzureichen.
(5) Für die Prüfung wird eine Gebühr nach der Allgemeinen Verwaltungsgebührenordnung
erhoben. Die Teilnahme an der Prüfung kann von dem Nachweis der Zahlung der Gebühr
abhängig gemacht werden.

§ 4
Zur Prüfung dürfen nicht zugelassen werden:
- Personen, die das dreizehnte Lebensjahr nicht vollendet haben,
- Personen, für die für die Besorgung aller ihrer Angelegenheiten wegen einer physischen
Krankheit oder einer geistigen oder seelischen Behinderung ein Betreuer bestellt ist; dies gilt

auch, wenn der Aufgabenkreis des Betreuers die in § 1896 Abs. 4 und § 1905 des
Bürgerlichen Gesetzbuches bezeichneten Angelegenheiten nicht erfasst.

§ 5
(1) Die Prüfung besteht aus einem theoretischen Teil mit schriftlichen Fragen und einem
praktischen Teil.
(2) Die schriftlichen Fragen erstrecken sich auf folgende Gebiete:
- Allgemeine Fischkunde,
- Spezielle Fischkunde,
- Gewässerkunde und Fischhege,
- Natur- und Tierschutz,
- Gerätekunde,
- Gesetzeskunde.
(3) Jedem Prüfling ist ein Fragebogen mit sechzig vom Prüfungsausschuss aus der Anlage 1
zu dieser Verordnung ausgewählten Fragen zur schriftlichen Beantwortung vorzulegen. Aus
den Prüfungsgebieten nach Absatz 2 sind jeweils zehn Fragen auszuwählen. Der theoretische
Teil der Prüfung findet unter Aufsicht mindestens eines von der oder dem Vorsitzenden zu
bestimmenden Mitgliedes des Prüfungsausschusses statt. Der theoretische Teil der Prüfung
darf höchstens neunzig Minuten dauern.
(4) Im praktischen Teil ist aus den in Anlage 2 aufgeführten Aufgaben 1 bis 10 ein vom
Prüfungsausschuss bestimmtes Angelgerät für den Fischfang waidgerecht zusammenzubauen
und das weitere notwendige Zubehör hinzuzufügen. Die Prüfung kann auf das
Zusammenstellen von Teilen des Gerätes beschränkt bleiben, wenn bereits dadurch zur
Überzeugung des Prüfungsausschusses der Nachweis der erforderlichen Fertigkeit erbracht
ist. Zusatzfragen aus dem theoretischen Teil der Prüfung sind nicht zulässig.
(5) Im praktischen Teil ist ferner eine ausreichende Artenkenntnis der hier vorkommenden
Fische, Neunaugen und Krebse nachzuweisen. Hierzu werden 44 Bildtafeln mit je einer
Abbildung der in der Anlage 3 aufgeführten Arten nach dem dort enthaltenen Muster
verwendet.
(6) Der praktische Teil der Prüfung findet vor dem gesamten Prüfungsausschuss statt und
sollte in der Regel je Prüfling nicht länger als 15 Minuten dauern.
(7) Über den wesentlichen Hergang der Prüfung ist eine Niederschrift zu fertigen, die von
allen Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen ist. Die Niederschrift ist bei der
unteren Fischereibehörde fünf Jahre aufzubewahren. Die vom Prüfungsausschuss bewerteten
Fragebögen eines Prüflings, der die Prüfung nicht bestanden hat, sind der Niederschrift über
die Prüfung beizufügen.

§ 6
(1) Alle Entscheidungen über die Prüfungsleistungen, insbesondere die Entscheidung über das
Prüfungsergebnis im praktischen Teil, trifft der Prüfungsausschuss. Er bestimmt mit
Stimmenmehrheit.
(2) Die Prüfung darf insgesamt nur für bestanden erklärt werden, wenn im theoretischen Teil
mindestens fünfundvierzig Fragen - davon mindestens sechs aus den jeweiligen
Prüfungsgebieten nach § 5 Abs. 2 - richtig beantwortet und im praktischen Teil nach § 5 Abs.
4 mindestens fünfundzwanzig von achtundzwanzig Punkten erreicht worden sind sowie nach
§ 5 Abs. 5 mindestens vier von sechs nach dem Zufallsprinzip vorgelegten Bildtafeln mit den
richtigen Artennamen benannt worden sind.

§ 7

(1) Erklärt der Prüfungsausschuss einen der im § 5 Abs.1 aufgeführten Teile der Prüfung für
nicht bestanden, so ist der Prüfling von der weiteren Teilnahme an der Prüfung aus
geschlossen.
(2) Der Prüfungsausschuss kann einen Prüfling, der einen Täuschungsversuch begeht, von der
Prüfung ausschließen. In diesem Fall gilt die Prüfung insgesamt als nicht bestanden.

§ 8
(1) Hat der Prüfling die Prüfung bestanden, so ist ihm hierüber ein Zeugnis gemäß Anlage 4
auszustellen, das von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen
ist.
(2) Der Prüfling, der die Prüfung nicht bestanden hat oder für den die Prüfung als nicht
bestanden gilt, erhält einen schriftlichen Bescheid.
(3) Hat der Prüfling den nach § 6 Abs. 2 für das Bestehen der Prüfung genannten
Mindestanforderungen im theoretischen oder praktischen Teil nicht entsprochen, braucht in
einem neuen Prüfungsverfahren nur der Nichtbestandene Teil der Prüfung wiederholt zu
werden.

§ 9
Die bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereits begonnenen Prüfungsverfahren werden nach
den Bestimmungen dieser Verordnung weitergeführt. Ein nach den bisherigen Bestimmungen
mit Erfolg abgelegter theoretischer oder praktischer Teil wird im weiteren Prüfungsverfahren
anerkannt.

§ 10
Diese Verordnung tritt am 1. Juli 1998 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über die
Fischerprüfung vom 19. Februar 1973 (GV.NW. S. 160), zuletzt geändert durch Verordnung
vom 13. Februar 1986 (GV.NW. S. 187), außer Kraft